» Newsarchiv » Monatsübersicht

NRW-Einzelmeisterschaft der Jugend: Max Lutze auf Rang vier, Emily Cappuyns auf Platz sechs
Kranenburg, 11. April 2026: Die Leistung war aller Ehren wert, doch zum ganz großen Coup reichte es für den Halveraner Max Lutze am Samstag beim Finale der NRW-Einzelmeisterschaften der Schachjugend NRW in Kranenburg nicht: In einem dramatischen Finale ging Lutze, der beim MS Halver-Schalksmühle groß geworden ist und seit zwei Jahren für den SV Erkenschwick in der Jugend-Bundesliga spielt, als Führender in die Schlussrunde. Vier Spieler wiesen vor dieser letzten Runde 4,5 Punkte aus sechs Partien auf, Lutze hatte den höchsten Buchholz-Wert. Damit war klar, dass ihm ein Sieg zum Titel reichen würde.

Nach einem harten Kampf aber unterlag Lutze in der letzten Partie gegen den Ukrainer Mykhaila Nezhyvenko vom Krefelder SK Turm. In der zweiten Toppartie trennten sich Felix Holzwarth (SG Porz) und Turnierfavorit Maurin Möller (BS Paderborn) mit einem Remis. So gewann Nezhyvenko den NRW-Titel, Holzwarth wurde Vizemeister, Möller Dritter und Lutze Vierter. Lutze war als Zweiter der Setzliste mit drei Siegen hervorragend ins Turnier gestartet, hatte dann gegen den Kölner Nelson Strehse das Topspiel der 4. Runde verloren und in der 6. Runde im Topspiel gegen den FM Maurin Möller remisiert. Damit war der große Coup angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz greifbar geworden, doch am Ende reichte es nicht ganz für das große Talent aus dem Sauerland.

Ein sehr gutes Turnier spielte in Kranenburg Emily Cappuyns, Valberterin in Diensten des MS Halver-Schalksmühle: Bei den U16-Mädchen holte sie in einem starken Feld 3,5 Punkte und belegte am Ende den geteilten sechsten Platz. Cappuyns musste sich nur der neuen NRW-Meisterin Daria Shynkar (Paderborn) und der Vizemeisterin Maida Fetahovic (Solingen) geschlagen geben. Daneben gab es drei Remispartien und zwei Siege für Cappuyns. Eine Turnierleistung, die dem MSHS-Talent neben vielen wertvollen Erfahrungen auch einen deutlichen DWZ-Sprung einbringen sollte.

Bei den U14-Jungen belegte Tobias Zalka vom MSHS unter 18 Teilnehmern den 16. Platz und bestätigte damit seine Setzlistenplatzierung. Der Südwestfalen-Vizemeister siegte gegen Nico Fuchs aus Betzdorf und erkämpfte gegen Hermann Finke (Borken) ein Remis. Die übrigen fünf Partien gingen verloren in einem sehr stark besetzten Feld, in dem Philipp Allen (Erkenschwick) neuer NRW-Meister wurde.

Nicht ganz zufrieden war nach der Turnierwoche an der niederländischen Grenze Dominik Hemmerling vom MS Halver-Schalksmühle: Als Achter der Setzliste startete der Schalksmühler in Kranenburg in der U12-Klasse der Jungen, doch nach einem guten Start (Remis gegen Nathan Michelson/Düsseldorf, Sieg gegen Jonathan Meinert genannt Heckmann/Rheine) folgten drei Verlustpunkte in Serie. Mit einem Sieg gegen Yasin Delibas (Bielefeld) und einem Remis gegen David Martens (Elberfeld) klang das Turnier versöhnlich aus, am Ende stand ein geteilter 18. Platz unter 26 Startern zu Buche.

Aus dem Schachbezirk Sauerland waren keine weiteren Spieler in Kranenburg am Start: Alexander Krugmann (MSHS), Philip Soltysik, Jiewen Nhan, Jinhon Raymon Nhan und Jiehou Nhan (alle SvG Plettenberg) verzichteten trotz Qualifikation auf eine Teilnahme.



Faszinosum Grenke-Open: Turniertage mit Carlsen, Keymer und 3650 anderen Schachspielern
Karlsruhe, 09. April 2026: Es gibt im Leben eines Schachspielers Turniere, bei denen zählt auch das Ergebnis, mehr noch aber das Erlebnis: Die Grenke Open in Karlsruhe sind ein solches Turnier: Mit 3658 Aktiven war das Turnier in der Schwarzwaldhalle über die Ostertage das größte offene Schachturnier der Welt.

„Das Turnier ist ein Faszinosum. Nicht nur, weil es das größte der Welt ist. Man spielt auch mit den Besten der Besten in einem Saal und darf Vincent Keymer, Magnus Carlsen und viele andere Stars der Schachwelt hautnah erleben“, beschreibt Dirk Jansen vom MS Halver-Schalksmühle das Besondere. „Das Turnier ist stark organisiert – es gibt kaum etwas zu bemängeln. Bei so vielen Spielern ist die Toilettensituation bisweilen sportlich, beim Catering muss man lange anstehen, zu lange während einer Partie – und ein Analysebereich für so viele Schachbegeisterte ist auch schwierig bereitzustellen. Das hatte zur Folge, dass ich keine meiner Partien im Anschluss mit meinem Gegner analysiert habe. Sehr schade!“

Immerhin: Jansen war in einer auch am Abend analysefreudigen Gruppe unterwegs. Marc Schulze, Thomas Kuhnen und Mirek Skapski aus Plettenberg, dazu die Ex-Plettenberger Max Bouaraba und Dawid Pieper. Vom MSHS war Ralph Kämper dabei. Und sportlich? Marc Schulze spielte nach einer Oberliga-Traumsaison ein Albtraumturnier, brach mit einer Ausbeute von zwei Punkten aus sechs Partien das Turnier vorzeitig ab (Platz 925), verlor 54 Elo-Punkte und traf dafür am freien Tag beim Mittagessen in der Osteria zufällig zwei Tische weiter Magnus Carlsen.

Thomas Kuhnen startete mit einem halben Punkt aus sieben Partien im A-Open und gewann dann noch zweimal (Platz 897). Mirek Skapski musste wegen seiner Elo-Zahl (300 Punkte mehr als im DWZ-Rating) im B-Open spielen und kämpfte sich durch (2,0 Punkte, Rang 1354). Dawid Pieper wurde 756., spielte nur sechs Partien, holte gute 3,5 Punkte. Max Bouaraba (Platz 408) und Dirk Jansen (Platz 492) spielten durch, und holten beide 4,5 Punkte. „Meine persönlichen Erlebnisse hatten eine nie erlebte Bandbreite an unterschiedlichsten Fehlern – aber auch positiven Erlebnissen“, resümierte Jansen nach den Tagen in Karlsruhe, die ihm ein Elo-Plus von zwei Punkten einbrachten.

Mit einem Elo-Minus kehrte Ralph Kämper ins Sauerland zurück. Zwei Remis aus den ersten sieben Runden stockte der Halveraner noch mit zwei Siegen auf und wurde 846., bestätigte fast seinen Platz in der Setzliste. Richtig gut lief es zudem für den inzwischen für die SG Porz aktiven Halveraner und MSHS-Jugendtrainer Alex Browning. Der 24-jährige FIDE-Meister musste sich in den neun Runden nur einmal geschlagen geben, holte 6,5 Punkte und belegte damit als 198. der Setzliste den 67. Platz. Dazu gab‘s ein Elo-Plus von 18 Punkten. Für Browning stimmten Erlebnis und Ergebnis.

Das A-Open gewann übrigens ein wenig im Schatten des von Großmeister Sebastian Siebrecht (in Lüdenscheid bekannt als Macher der seit mehr als zehn Jahren sehr erfolgreichen Lüdenscheider Schachtage) moderierten Super-Großmeister-Freestyle-Turniers (Sieger Vincent Keymer, nur Dritter Magnus Carlsen) ein Internationaler Meister aus Usbekistan. Fünfter wurde mit Ruben Köllner aus Bergneustadt ein Schach-Südwestfale. Die Welt ist klein und doch so groß zu Ostern in Karlsruhe, und am Ende einfach nur faszinierend.



4. Schach-Triathlon des MSHS beendet: Daniel Babczyk siegt vor Thomas Orlik und Peter Kernchen
Schalksmühle, 02. April 2026: Mit zwei klaren 4:0-Siegen für Daniel Babczyk (gegen Jesus Cabello Gonzalez) und Thomas Orlik (gegen Rüdiger Nieland) endete am Gründonnerstag der 4. Offene Schachtriathlon des MSHS. Diese beiden Partien waren Nachholspiele der letzten Runde, zuvor hatte sich bereits Peter Kernchen 4:0 gegen Lothar Mirus durchgesetzt.

Überlegener Sieger des 4. Triathlons ist damit Daniel Babczyk (4,5:0,5 Duelle, 17:3 Punkte). Er verwies Thomas Orlik (3,5:1,5/14:6), Peter Kernchen (3:2/13:7), Jesus Cabello Gonzalez (2,5:2,5/9:11), Lothar Mirus (1:4/5:15) und Rüdiger Nieland (0,5:4,5/2:18) auf die Plätze.

Bester Blitzspieler des Turniers war einer, der sonst gar nicht so gerne blitzt: Peter Kernchen wies am Ende eine 5:0-Bilanz auf und lag damit vor Daniel Babczyk (4:1) und Thomas Orlik (3:2). Im Schnellschach hatte Daniel Babczyk eine blütenweiße Weste, Rang zwei teilten sich mit einer 3:2-Bilanz Jesus Cabello Gonzalez und Thomas Orlik. Im klassischen Schach teilten sich Daniel Babczyk und Thomas Orlik (beide 8:2) Platz ein, gefolgt von Peter Kernchen (6:4). Die vierte Auflage war die Auflage mit der geringsten Teilnehmerzahl, trotzdem war es ein spannendes Turnier, das den Teilnehmern viel Spaß gemacht hat.

4. Triathlon, Endstand: »PDF-Download